"Das Wort Geheimnis hat etwas erotisches an sich. Als wenn durch das Verstecken einer Sache, einer Geschichte oder einer Waffe, oder eines Stück Kaugummis, das am Saum der Innentasche klebend noch nass vom Mund ist, man sich im Innern des Geistes einem losgelösten sexualisierten Körper näherte."
––A Chorus Of Stones, Susan Griffin
Ein Bewustseinsstrom mit fiktiven und gefundenen
Geschichten und einem persönlichen Bezug.
Englische Sprachfassung:
2008, Remote Intimacy. Mit Mona Dehghan
–––Schedelbauer’s films turn historical documents into private poems, and public images into personal worlds...she turns the found-footage traditions of Bruce Conner and Craig Baldwin into something far more private, with secretly whispered narratives that feel as alive as any newly filmed image. (Jason Sanders, Filmmaker Magazine)
–––Archivbilder, die verschiedene Landschaftsaufnahmen und japanische Arbeiter zeigen, entwickeln im Modus des Bewusstseinsstroms eine autopoetische Existenz, einen Diskurs ueber Erinerung und darueber hinaus – charakteristisch fuer den filmischen wie literarischen Bewissteseinsstrom – eine Gleichzeitigkeit der Bilder, die man sonst vor alem in Multi-Screen-Installationen wahrnehmen und realisieren kann. (Rania Gaafar, Schnitt)
–––Aus gefundenem Filmmaterial und Textfragmenten entwickelt Sylvia Schedelbauer in ihrem Film „Ferne Intimität“ eine Tauchfahrt ins Unbewusste. Individuelle und kollektive Traumata von Leid und Verlust fügen sich in eine Erzählung von eigentümlichem Sog, die man als Metapher der Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts lesen kann. Anders als häufig im Found-Footage-Film greift die Künstlerin nicht auf bekannte Medienbilder zurück, sondern macht Entdeckungen von hoher visueller Poesie, die sie einfühlsam vertont. (Jurybegründung, BILD-KUNST Förderpreis, KunstFilmBiennale 2007)
–––Eindrucksvolle, metaphorisch aufgeladene Schwarzweiß-Bilder aus den 20er bis 40er Jahren - von Fischerbooten und Marineschiffen, Seevögeln, Waldarbeitern und spielenden Kindern – verbinden sich mit Textfragmenten zu einem assoziativen Gedankenfluss, der um das Zusammenspiel von Individuum und Kollektiv, von Krieg und Frieden, von Familie und Autobiografie kreist. Die deutsch-japanische Filmemacherin und Künstlerin Sylvia Schedelbauer, die ein Studium für Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin absolvierte, beschäftigt sich in ihren meist autobiografisch geprägten Arbeiten mit Identitäten außerhalb und zwischen verschiedenen Orten der nationalen Zugehörigkeit. In ihrem neuen Kurzfilm lässt sie fiktive und gefundene Geschichten, „found footage“-Bilder, mit persönlichen und Autorentexten in Dialog treten. Dabei schreibt sie ihre Beschäftigung mit den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf ihre japanische Mutter und ihren deutschen Vater fort, die schon ihrem Film "Erinnerungen" zugrunde lag. (3Sat)